Weggefährt:innen

Weggefährt:innen

Komponist:innen: Alfred Felder, John Wolf Brennan, Martin Sigrist, Bill Gilonis, Hermann Keller, Hans-Karsten Raecke.
Zusammenarbeit ab 1990
Musiker:innen: Annemarie Spühler, Pit Gutmann, Matthias Brodbeck, Peter A. Schmid, Robert Mark, Roger Girod, Roland Schiltknecht, Barni Palm, Olaf Tzschoppe, Matthias Ziegler, Bettina Boller, Marcello Mosca, Remo Signer u. v. m.
Konzerte & Aufführungen

Arthur Spirk · Filmemacher · Ende 2023

Klangbildhauer Martin Spühler

Der Weltraum kommt einem entgegen.

Er hat sich selbst erfunden: als Eisenplastiker, der in seinen Kreationen den Ohren folgt. Entstanden sind visuell beeindruckende, teils monumentale Metall-Kompositionen. Wenn man sie an verschiedensten Stellen anschlägt oder mit dem Bogen streicht, schwingen sie in vielfältigsten Klängen von glockenhell bis abgrundtief. Was sie dem Auge zu bieten haben, wird noch überboten von der Klangwelt für die Ohren. Der Weltraum kommt einem entgegen — kein geringeres Ziel setzte sich Martin Spühler.

Als er mich vor zwei Jahren anfragte, ob ich einen Film über seine Werke machen wolle, war ich sofort dabei. Denn das ist genau das richtige Medium, um klingende Skulpturen zu dokumentieren, die bildende Kunst mit Musik verschmelzen. Jeden Monat drehten wir einen Tag lang und hielten in Bild und Ton je ein Werk fest mit Namen wie Kosmos, Streichelkanone oder Tropfsäule. Sie prägnant ins Bild zu setzen war keine einfache Aufgabe. Noch wichtiger aber war es, ihr Klangpotential hörbar werden zu lassen. Keine Notenschrift der Welt könnte dieses festhalten. Man muss zuerst neugierig erkunden, was jede Klangskulptur für jeweils andere Möglichkeiten bietet. Dann erst kann sie spontan improvisierend bespielt werden. Wer sonst als Martin Spühler selbst wüsste, was seine Schöpfungen alles können. Er hat ihre klingenden Kräfte in konzentrierter Arbeit entdeckt und optimiert. Als Musiker versteht er sich aber nicht. Darum war es ihm wichtig, Musiker und Musikerinnen für seine Klangskulpturen zu interessieren und sie einzuführen. Allen voran seine Frau Annemarie Spühler, die Pianistin ist und in seinen Kreationen eine neue Welt entdeckt hat. Ebenso hat der Schlagzeuger Matthias Brodbeck sich immer wieder mit Klangobjekten von Martin Spühler beschäftigt. Die Geigerin Bettina Boller interessierte sich für eine Zusammenarbeit und besuchte Martin Spühler in seinem Dachstock voller Wunder. Zusammen mit Martin Spühler haben der Schlagzeuger Pit Gutmann und der Klarinettist Peter Schmid intensiv geprobt, um den geplanten „Schlussakkord“ zum Film aufzunehmen.

Zwei Jahre lang hat die Arbeit an seinem Film Martin Spühler Kraft und Auftrieb gegeben. Kurz vor seinem 80. Geburtstag ist er verstorben. Einen Rohschnitt des Films hat er noch gesehen und war damit sehr glücklich. Der „Schlussakkord“ trägt seine Handschrift, konnte aber erst nachträglich realisiert werden.

Arthur Spirk

Zum Dokumentarfilm